Amnesty International Menschenrechtsverletzungen an Frauen (MaF)

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Menschenrechtsverletzungen an Frauen (MaF)

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AFGHANISTAN

Frauenrechte
nicht wegverhandeln

Am 5. Dezember 2011 wird nach zehn Jahren wieder eine internationale Afghanistan-Konferenz in Bonn stattfinden. Thema wird u.a. der Friedensprozess mit den Taliban sein.

Postkarte und Online-Petition

Mit einer Postkarte und einer Online-Petition wollen wir uns an den Afghanistan-Beauftragten der Bundesregierung richten. Die Petition wird in Kürze auf www.amnesty.de verfügbar sein.
In der Anlage finden Sie unsere Broschüre zur Information.
Schreibt an den Sonderbeauftragten der Bundesregierung für Aghanistan, Herrn Michael Steiner. Alternativ zur Postkarte können Sie einen Brief schicken. Einen Musterbrief finden Sie in der Anlage.
Die Postkarte und die Broschüre können Sie beim Materialversand von Amnesty International bestellen: versand@amnesty.de

Hintergrund

Die erste Afghanistan-Konferenz fand am 5. Dezember 2001 in Bonn statt. Nach dem Sturz der Taliban sollte damals die Entwicklung demokratischer Verhältnisse gefördert werden. Seitdem hat es für die Frauen Afghanistans tatsächlich einige Fortschritte gegeben: So besuchten 2001 weniger als eine Million Kinder die Schule, unter ihnen fast keine Mädchen. 2008/2009 gingen schon fünf Millionen Kinder zur Schule, mehr als ein Drittel von ihnen Mädchen. Bei den Parlamentswahlen 2010 waren 40 Prozent der WählerInnen Frauen, und Frauen gewannen 27 Prozent der Sitze (25 Prozent sind gemäß der Verfassung Frauen vorbehalten).

Doch diese Fortschritte stehen nun auf dem Spiel! Bei der zweiten Bonn-Konferenz stehen alle Zeichen auf Abzug – bis Ende 2014 sollen die internationalen Truppen das Land verlassen haben. Damit dies gelingen kann, wollen die NATO-Staaten mit den Taliban über eine Regierungsbeteiligung verhandeln. Doch was passiert dann mit den Frauenrechten? Die afghanische Zivilgesellschaft wird bei den Planungen über die Zukunft ihres Landes bisher völlig unzureichend einbezogen. Auch für die Bonn-Konferenz ist lediglich geplant, dass zwei Vertreter der afghanischen Zivilgesellschaft sprechen – ein umfassender und langfristiger Plan für ihre verbindliche Einbeziehung existiert nicht. Die Bundesregierung ist in Bonn mehr als nur Gastgeber. Sie hat Einfluss auf Tagesordnung und Gästeliste, und über die Konferenz hinaus hat sie großen Einfluss in Afghanistan und auf der internationalen Bühne. Diesen Einfluss muss sie nutzen um zu verhindern, dass in dieser entscheidenden Phase für die Zukunft Afghanistans die Menschenrechte – und insbesondere die Frauenrechte – wegverhandelt werden.

Ohne Menschenrechte und Frauenrechte ist keine langfristige Stabilität in Afghanistan möglich – das muss auch die Bundesregierung anerkennen.
Daher fordern wir, dass die afghanische Zivilgesellschaft beim Bonn-Prozess umfassend beteiligt wird, und dass die Frauen- und Menschenrechte bei Verhandlungen mit den Taliban "rote Linien" darstellen, die nicht verhandelbar sind.

Mit einer Postkarte und einer Online-Petition wollen wir uns an den Afghanistan-Beauftragten der Bundesregierung richten und ihn auffordern, sich im Zuge der Konferenz - aber auch langfristig - für die Rechte der Frauen einzusetzen und die afghanische Zivilgesellschaft stärker als bisher bei den Planungen um die Zukunft ihres Landes einzubeziehen.