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StartseiteVietnam: Menschenrechte in Gefahr!

11.12.2015

Vietnam: Keine medizinische Versorgung

Die gewaltlose politische Gefangene Tran Thi Thuy, die derzeit in Vietnam eine achtjährige Haftstrafe verbüßt, wird unter Umständen festgehalten, die Folter gleichkommen könnten, da ihr die medizinische Behandlung eines Tumors an ihrer Gebärmutter verweigert wird. Obwohl der Tumor von einem Gefängnisarzt diagnostiziert wurde und sie unter starken Schmerzen leidet, wurde ihr gesagt, dass sie nur dann behandelt werden würde, wenn sie die Straftaten "gestehe", für die sie verurteilt wurde. Beteiligen Sie hier bis zum 22.01.!

Hintergrundinformationen

Tran Thi Thuy wurde ungefähr im April 2015 erstmalig krank. Damals befand sie sich in einer Hafteinrichtung in der Stadt Long Khanh in der Provinz Dong Nai. Ein Gefängnisarzt diagnostizierte einen Tumor an der Gebärmutter, eine Behandlung erhielt sie jedoch nicht. Ein Gefängnisbeamter sagte ihr, sie solle ihre Straftaten gestehen oder "im Gefängnis sterben". Sie kann nur mithilfe einer Krücke oder mit Unterstützung gehen. Von ihrer Familie erhält sie traditionelle Arzneimittel. Außerdem leidet sie unter hohem Blutdruck und nimmt entsprechende Medikamente ein. Tran Thi Thuy hat starke Schmerzen und teilte ihrer Familie in den vergangenen Monaten mehrfach mit, dass sie sich dem Tode nahe fühle. Die Verweigerung einer medizinischen Behandlung unter diesen Umständen könnte Folter gleichkommen und somit einen Verstoß gegen das Übereinkommen gegen Folter darstellen, das nach der Ratifizierung im letzten Jahr im Februar 2015 in Vietnam in Kraft getreten ist.

Tran Thi Thuy ist Kauffrau, Angehörige der buddhistischen Hoa Hao und setzt sich für Landrechte ein. Sie wurde im August 2010 festgenommen und am 30. Mai 2011 mit sechs weiteren Landrechtsaktivist_innen vor das Volksgericht der Provinz Ben Tre gestellt. Man verurteilte sie gemäß Artikel 79 des Strafgesetzes wegen "Aktivitäten, die den Sturz der Regierung zum Ziel haben" zu acht Jahren Gefängnis und anschließenden fünf Jahren Hausarrest. Dem Urteil zufolge wurden alle Aktivist_innen beschuldigt, der Gruppe Viet Tan nahezustehen bzw. beigetreten zu sein. Dabei handelt es sich um eine im Ausland ansässige Bewegung, die sich friedlich für Demokratie in Vietnam einsetzt. Der UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen zufolge wurden die sieben Aktivist_innen, zu denen auch Tran Thi Thuy gehört, willkürlich festgenommen und müssen freigelassen und entschädigt werden.

Tran Thi Thuy befindet sich derzeit in der Haftanstalt An Phuoc in der Provinz Binh Duong. Ihre Familie lebt etwa 900 km entfernt und benötigt für die Anreise drei Tage

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