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Mexiko: Gerechtigkeit für Yecenia Armenta!

Der Albtraum Folter ist Realität für unzählige Menschen weltweit. Amnesty hat in den letzten fünf Jahren festgestellt, dass in 141 Ländern gefoltert und misshandelt wurde. Trotz absolutem Verbot foltern Regierungen im Verborgenen oder liefern Menschen in Länder aus, wo ihnen Folter droht. Auch das Schicksal von Yecenia Armenta ist beispielhaft für das tägliche Unrecht. Verhilf ihr zu ihrem Recht und unterstütze Amnesty hier im Kampf gegen die Folter.

Gerechtigkeit für Yecenia Armenta!

Im Juli 2012 wurde Yecenia Armenta im nordmexikanischen Culiacán von Zivilpolizisten angehalten, als sie Verwandte zum Flughafen fuhr. Man brachte sie auf eine Polizeiwache, wo sie 15 Stunden lang gefoltert und vergewaltigt wurde und man ihr damit drohte, ihre Kinder umzubringen. Sie wurde genötigt, einen Mord zu gestehen, den sie eigenen Angaben zufolge nie begangen hat. Man zwang sie, ein "Geständnis“ zu unterschreiben, das sie nicht einmal lesen konnte, weil sie es mit verbundenen Augen unterschreiben musste. Yecenia Armenta ist nach wie vor in Haft, und bis heute wurde niemand für die Folter zur Rechenschaft gezogen.

Nach der Folter wurde sie von medizinischem Personal untersucht, das zu derselben Abteilung gehörte wie ihre Peiniger. Ihre Verletzungen wurden nicht dokumentiert. Monate später nahm gerichtsmedizinisches Personal der Generalstaatsanwaltschaft eine weitere Untersuchung vor. Es kam zu dem Schluss, dass Yecenia Armenta nicht gefoltert worden sei, da bei der Erstuntersuchung keine Zeichen von Folter festgestellt worden seien.

Unabhängige medizinische Fachleute, die Yecenia Armenta zweimal nach internationalen Standards untersuchten, bestätigten hingegen, dass sie gefoltert worden war. Trotz fehlender Beweise sitzt sie inzwischen seit drei Jahren im Gefängnis. Die Anklage stützt sich lediglich auf das unter Folter erpresste "Geständnis". Bis heute wurde niemand für die Folter zur Rechenschaft gezogen.

In Mexiko sind willkürliche Inhaftierungen und Misshandlungen durch Polizei und Militär an der Tagesordnung. Die Vergewaltigung von Yecenia Armenta ist dabei kein Einzelfall: Auch andere mexikanische Frauen wurden in den letzten Jahren Opfer von sexualisierter Folter. Die verantwortlichen Beamten werden für diese Delikte in den seltensten Fällen verurteilt.

Der Fall von Yecenia Armenta macht deutlich, dass die mexikanische Regierung zahlreiche international vorgeschriebene Schutzmaßnahmen gegen Folter und Misshandlung, wie eine sofortige und effektive Dokumentation und Untersuchung von Foltervorwürfen, nicht umsetzt.

Amnesty International fordert deshalb den Generalstaatsanwalt des mexikanischen Bundesstaats Sinaloa auf, Yecenia Armenta umgehend freizulassen und die gegen sie erhobene Anklage fallenzulassen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Foltervorwürfe umgehend, unabhängig und gemäß internationaler Standards untersucht werden. Es müssen diejenigen vor Gericht gestellt werden, die für Folter in Mexiko verantwortlich sind. Unterstützen Sie jetzt unsere Forderungen!

HIER können Sie sich für Yecenia einsetzen.