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StartseiteIran: Suizid angekündigt

21.11.2016

Iran: Gefangene erklärt Suizidabsicht

Nazanin Zaghari-Ratcliffe, britisch-iranische Mitarbeiterin einer gemeinnützigen Stiftung, hat ihrem Ehemann aus dem Gefängnis einen Brief geschrieben, in dem sie erklärte, dass sie sich umbringen wolle. Am 13. November war sie kurzzeitig in den Hungerstreik getreten. Die gewaltlose politische Gefangene ist im September zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Amnesty International sorgt sich um ihre körperliche und psychische Gesundheit.Helfen Sie Nazanin bis zum 02. Januar hier.

Hintergrundinformationen

Nazanin Zaghari-Ratcliffe, Projektleiterin der Thomson Reuters Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung zur Förderung von gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Fortschritt, unabhängigem Journalismus und Rechtsstaatlichkeit, wurde am 6. September zu fünf Jahren Haft verurteilt. Ihr Ehemann, Richard Ratcliffe, sagte Amnesty International, dass sie sich in einem sehr schlechten körperlichen und seelischen Zustand befinde. Ihr gehe es so schlecht, dass sie ihm im Oktober einen Abschiedsbrief geschrieben habe, in dem sie ankündigte, sich umbringen zu wollen. Am 13. November ist sie in den Hungerstreik getreten, um so ihre Verzweiflung darüber zum Ausdruck zu bringen, dass sie womöglich nie wieder freikommt. Ihr Zustand verschlechterte sich so enorm, dass die Gefängnisverwaltung einen Sonderbesuch ihrer Familie für den 18. November organisierte. Als ihre Mutter sah, wie dünn Nazanin Zaghari-Ratcliffe seit ihrer Inhaftierung geworden war, brach sie zusammen. Nazanin Zaghari-Ratcliffe stimmte an diesem Tag zu, ihren Hungerstreik wegen ihrer zweijährigen Tochter zu beenden. Seitdem sie in Haft ist, leidet Nazanin Zaghari-Ratcliffe an Herzrasen, Sehstörungen und Schmerzen in den Händen, Armen und Schultern. Sie befindet sich im Evin-Gefängnis in Teheran in Haft und ist bereits zweimal auf die Krankenstation des Gefängnisses gebracht worden, erhält jedoch keine angemessene medizinische Behandlung.

Nazanin Zaghari-Ratcliffe wurde am 3. April 2016 am Teheraner Imam-Khomeini-Flughafen von Angehörigen des Geheimdienstes der Revolutionsgarde festgenommen. Anschließend hielt man sie 45 Tage lang in Einzelhaft fest. Obwohl man sie mehrfach verhörte, erhielt sie erst drei Tage vor ihrem Verfahren Zugang zu ihrem Rechtsbeistand. Am 14. August fand ihr Verfahren vor der Abteilung 15 des Revolutionsgerichts in Teheran statt. Über ein von ihr eingelegtes Rechtsmittel ist noch nicht entschieden worden. Im August erklärte die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen die Inhaftierung von Nazanin Zaghari-Ratcliffe für willkürlich und forderte die iranischen Behörden auf, sie sofort freizulassen und ihr ein einklagbares Recht auf Entschädigung zu gewähren. Im Juni 2016 erklärte der Leiter des Justizministeriums der Provinz Kerman, dass ihre Festnahme im Zusammenhang mit "einem Netzwerk" stehe, "das mit verschiedenen Webseiten und Medienkampagnen während der Volksverhetzung 2009 (damit meint er die Proteste nach den Präsidentschaftswahlen) die nationale Sicherheit gefährdet habe." Mit dem Netzwerk bezog der Beamte sich auf eine Gruppe von Blogger_innen, die im Dezember 2013 wegen Verbindungen zu ausländischen Medienorganisationen und durchgeführter Schulungen festgenommen worden waren.

Weitere Hintergrundinformationen rund um das Schicksal von Nazanin Zaghari-Ratcliffe finden Sie hier.

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