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StartseiteIrak: Erzwungenes Beweismaterial!

20.12.2016

Irak: Ehemalige IS-Gefangene angeklagt

Eine ehemalige Gefangene des Islamischen Staats (IS) ist unter dem kurdischen Antiterrorgesetz angeklagt worden und soll am 21. Februar 2017 vor Gericht gestellt werden. Berichten zufolge wurde sie nach ihrer Festnahme am 25. Oktober 2014 gefoltert und dazu gezwungen, Dokumente zu unterschreiben, die sie zuvor nicht lesen durfte. Sie befindet sich mit ihrer kleinen Tochter im Gefängnis. Sollte sie schuldig gesprochen werden, droht ihr lebenslange Haft. Setzen Sie sich für Bassema bis zum 31. Januar 2017 hier ein.

Hintergrundinformationen

Die 34-jährige Jesidin Bassema Darwish Khidr Murad überlebte eine Entführung durch die bewaffnete Gruppe Islamischer Staat (IS) und wird mit ihrer kleinen Tochter nach wie vor willkürlich im Frauen- und Jugendgefängnis in Erbil in der irakischen Region Kurdistan festgehalten. Sie wird am 21. Februar 2017 vor das Zweite Strafgericht von Erbil gestellt, dort werden die Anklagen gegen sie unter dem Antiterrorgesetz der kurdischen Regionalregierung verhandelt. Die kurdischen Behörden haben einen Rechtsbeistand für Bassema Darwish gestellt. Die Suche nach einem Rechtsbeistand ihrer Wahl zur Sicherstellung einer angemessenen Verteidigung war von den kurdischen Behörden behindert worden. Laut ihrem staatlich bestellten Rechtsbeistand wird ihr vorgeworfen, einer terroristischen Vereinigung anzugehören und an der Tötung von Mitgliedern der als Peschmerga bekannten kurdischen Streitkräfte beteiligt gewesen zu sein.

Bassema Darwish wurde am 25. Oktober 2014 in Zumar im Nordwesten des Landes, wo sie damals gefangen gehalten wurde, von den kurdischen Peschmerga festgenommen. Sie war am 3. August 2014 gemeinsam mit ihrem Mann und 33 weiteren Verwandten von IS-Kämpfern entführt worden, als sie versuchten, aus der Stadt Sindschar zu fliehen. IS-Kämpfer waren in die Stadt vorgedrungen und hatten diese eingenommen. Zum Zeitpunkt ihrer Entführung durch den IS war Bassema Darwish schwanger. Sie brachte ihre Tochter später im Gewahrsam in Erbil zur Welt.

Amnesty International ist besorgt über Berichte des Bruders von Bassema Darwish, laut denen sie während ihrer Inhaftierung beim Geheimdienst der Kurdischen Regionalregierung in Dohuk gleich nach ihrer Festnahme etwa eine Woche lang mit Kabeln geschlagen und mit Vergewaltigung bedroht wurde. Man habe sie tagelang gefesselt unter einer Treppe festgehalten und in anderer Weise misshandelt. Man zwang sie allem Anschein nach, mit verbundenen Augen Dokumente zu unterzeichnen. Beweismittel, die unter Folter oder Zwang erpresst werden, darf die Kurdische Regionalregierung im Nordirak gemäß den Verpflichtungen aus dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte nicht vor Gericht verwenden.

Weitere Hintergrundinformationen rund um den Fall von Bassema Darwish Khidr Murad finden Sie hier.

Und weitere Eilaktionen finden Sie hier.\\\