Amnesty International TheKo Menschenrechtsverletzungen an Frauen

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TheKo Menschenrechtsverletzungen an Frauen

StartseiteGegen Gewalt an Frauen!

Weiterhin Irland-Fyler bestellbar!

Mit unserer Kampagne gegen Irlands frauenverachtende Gesetzgebung im Bereich Schwangerschaftsabbruch haben wir schon viel erreicht. Die deutsche Sektion konnte dazu 2.165 Unterschriften sammeln. Weltweit haben sich über 139.000 Unterzeichner_innen mit den Frauen in Irland solidarisiert. Wer weiterhin zum Thema aktiv sein und die Öffentlichkeit informieren möchte, kann nach wie vor Flyer bei uns bestellen. Die Ansprechpartnerin dazu findet Ihr im AI-Intranet. Einen Blick auf den Flyer könnt Ihr schon hier auf unser Homepage erhalten.

Die Hintergründe zur Irland-Aktion

Was ist auf dem Bild zu sehen?Irland gehört zu den Ländern mit den restriktivsten Abtreibungsgesetzen weltweit. Nur wer in Lebensgefahr ist, hat in Irland das Recht, eine Schwangerschaft auf legalem Weg abzubrechen. Alle anderen Frauen oder Mädchen riskieren laut dem «Gesetz zum Schutz des Lebens während der Schwangerschaft» (Protection of Life During Pregnancy Act 2013 (PLDPA)) von 2013 bis zu 14 Jahre Haft. Das Gesetz kommt auch im Fall von Vergewaltigung, Inzest, Gefährdung der Gesundheit und schweren oder lebensbedrohlichen Fehlbildungen des Fötus zur Anwendung. Damit verstößt Irland gegen die fundamentalen Rechte der Frauen und gegen internationale Menschenrechtsstandards.

Jedes Jahr sind etwa 4000 Frauen und Mädchen gezwungen, Irland zu verlassen, um in einem anderen Land einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen. Frauen, denen dafür die finanziellen Mittel fehlen oder die aus gesundheitlichen Gründen nicht reisen können, haben keine andere Wahl, als heimlich und unter gefährlichen Umständen abzutreiben oder die Schwangerschaft auszutragen.

Ein weiteres Gesetz, der so genannte Regulation of Information Act von 1995, verbietet Ärzt_Innen und dem Pflegepersonal unter Androhung einer Strafe von bis zu 4000 €, Frauen vollumfänglich über die erforderliche Behandlung und über einen möglichen sicheren Schwangerschaftsabbruch zu informieren.

Ziele und Forderungen der Irland-Aktion

Kurzfristige Ziele sind:

1. die politische und öffentliche Unterstützung für eine Entkriminalisierung von Abtreibung zu erreichen – dabei berufen wir uns auf die Menschenrechte.

2. Nichtregierungsorganisationen und andere Personen, die sich für eine Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen im Sinne der Position von Amnesty International einsetzen (s. oben Position von Amnesty zu Schwangerschaftsabbrüchen), in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Langfristig will Amnesty International erreichen, dass ...

1. Abtreibung entkriminalisiert wird;

2. Dass entsprechende Gesetze aufgehoben (bspw. das „Gesetz zum Schutz des Lebens während der Schwangerschaft“ von 2013) und durch eine Gesetzgebung ersetzt werden, die den Zugang zu Abtreibung sowohl im Gesetz als auch in der Praxis gewährleistet - in Fällen, in denen die Schwangerschaft eine große Gefahr für die körperliche oder geistige Gesundheit der Schwangeren darstellt, der Fötus nicht lebensfähig ist oder die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung ist.

Position von Amnesty International zu Schwangerschaftsabbrüchen

Amnesty International setzt sich für alle sexuellen und reproduktiven Rechte ein. Vorrang haben das Recht auf Aufklärung und der Zugang zu Verhütungsmitteln zur Vermeidung ungewollter Schwangerschaften. Amnesty fordert kein generelles Recht auf Schwangerschaftsabbruch. Aber wenn eine Fortführung der Schwangerschaft das Leben oder die körperliche oder seelische Gesundheit einer Frau gravierend gefährdet oder die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung oder von Inzest ist, muss ein Schwangerschaftsabbruch auf legalem und sicherem Weg möglich sein.

Die Position von Amnesty International basiert auf dem Prinzip, dass jede Frau das Recht hat, Informationen zu erhalten und frei von jeder Art von Zwang, Diskriminierung oder Gewalt Entscheidungen über ihren Körper und ihre Fortpflanzung zu treffen. Dazu gehört auch die Entscheidung zur Fortsetzung oder zum Abbruch einer Schwangerschaft in den genannten Fällen.

„Entkriminalisierung“ bedeutet: Wer sich über Schwangerschaftsabbrüche informieren, sie erhalten oder durchführen möchte, darf dafür nicht bestraft werden. Die Erfahrung zeigt, dass die Kriminalisierung wenig oder gar keinen Einfluss auf die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche hat. Sie hat jedoch einen dramatischen Einfluss auf die Sicherheit bei der Durchführung und setzt damit das Leben von betroffenen Frauen aufs Spiel. Die höchsten Raten von unsicheren Schwangerschaftsabbrüchen findet man in Ländern, in denen diese unter allen oder fast allen Umständen verboten sind.

Die Online-Petition können Sie HIER einsehen.