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10.05.2017

Togo: Gemeindesprecherin wegen "Rebellion" in Haft

Die Bäuerin und Gemeindesprecherin Salomée Abalodo steht wegen "Rebellion" und "Beteiligung an einem nicht genehmigten Protest" unter Anklage. Am 13. April wurde sie im Bezirk Pagouda in Kara im Norden Togos festgenommen, nachdem sie verletzte Demonstrierende fotografiert hatte und die lokalen Behörden auffordert, die Sicherheitskräfte davon abzuhalten, exzessive Gewalt gegen friedliche Demonstrierende einzusetzen. Sie ist im Gefängnis von Kara inhaftiert. Setzen Sie sich für die Freilassung von Salomée Abalodo bis zum 21. Juni 2017 hier ein.

Hintergrundinformationen

Die Bäuerin, Gemeindesprecherin und Mutter zweier Kinder Salomée Abalodo ist der "Rebellion" und "Beteiligung an einem nicht genehmigten Protest" angeklagt worden. Sie wurde am selben Tag nach einem Treffen im Büro des Präfekten (eines örtlichen Behördenvertreters) von Gendarm_innen im Bezirk Pagouda festgenommen. Salomée T. Abalodo wandte sich an das Büro des Präfekten und hatte dort ein Treffen mit seinem Assistenten, um zu erreichen, dass die Sicherheitskräfte die Anwendung exzessiver Gewalt gegen Demonstrierende einstellen. Während des Treffens zeigte sie dem Assistenten des Präfekten Fotos und Videos von Verwundeten, die sie mit ihrem Handy im Krankenhaus gemacht hatte, nachdem die Sicherheitskräfte exzessive Gewalt gegen eine Gruppe von Protestierenden angewendet hatten. Als die Gendarm_innen sie festnahmen, nahmen sie ihr auch das Telefon ab.

Salomée T. Abalodo war zuerst in der Brigade von Pagouda inhaftiert. Eine Gendarmin nahm ihr die Bibel und den Rosenkranz ab und untersagte ihr das Beten. Sie wurde genötigt, eine Erklärung der Polizei zu unterschreiben, ohne sie gelesen zu haben, obwohl sie mehrmals darum gebeten hatte, das Dokument vorher lesen zu dürfen. Sie ist derzeit in einem Gefängnis in Kara inhaftiert. Ihren Angaben zufolge war sie nicht an dem Protest beteiligt.

Am Tag der Festnahme von Salomée T. Abalodo hielten lokale Gemeinschaften im Bezirk Pagouda friedliche Demonstrationen ab, bei denen sie die örtlichen Behörden aufriefen, die Ergebnisse der Wahl zum traditionellen Oberhaupt von 2015 zu veröffentlichen. Die örtlichen Behörden hatten die Gemeinschaften am Tag zuvor darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Demonstrationen nicht genehmigt seien. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Gummigeschosse ein, um die Demonstration aufzulösen. Mindestens sechs Demonstrierende wurden von den Gummigeschossen verletzt und weitere sechs Personen wurden festgenommen. Die sechs Festgenommenen sind ebenfalls in einem Gefängnis in Kara inhaftiert und wegen "Rebellion" und "Beteiligung an einem nicht genehmigten Protest" angeklagt.

Forderungen von Amnesty International zu diesem Fall

  • Umgehende Freilassung von Frau Salomée T. Abalodo
  • Freilassung der anderen Inhaftierten, sollten sie aufgrund der Wahrnehmung des Rechts auf Versammlungsfreiheit inhaftiert sein
  • Untersuchung der Berichte über exzessive Gewaltanwendung und ggf. faire Gerichtsverhandlungen für Verantwortliche

Weitere Hintergrundinformationen zur diskriminierenden Inhaftierung von Salomée T. Abalodo hier.

Und weitere Eilaktionen finden Sie wie immer hier.