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StartseiteIran: Gefangene droht zu sterben

24.05.2017

Iran: Atena Daemi droht zu sterben! Jetzt aktiv werden!

Der Gesundheitszustand der iranischen Frauenrechtsaktivistin Atena Daemi hat sich extrem verschlechtert. Nach nunmehr 46 Tagen im Hungerstreik ist ihr Zustand lebensbedrohlich und sie kann kein Wasser mehr bei sich behalten. Trotz der Warnungen von Ärzt_innen, weigern sich die Behörden immer noch, sie zu einer fachärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses zu verlegen. Sie ist eine gewaltlose politische Gefangene. Werden Sie jetzt für Atena Daemi hier aktiv!

Zur Sachlage

Atena Daemi, die Menschenrechtsverteidigerin und Frauenrechtsaktivistin, ist inzwischen in einem lebensbedrohlichen Zustand. Sie befindet sich seit dem 8. April im Hungerstreik. Laut Angaben ihrer Familie hustet sie Blut und leidet unter Schwindelanfällen, Erbrechen und Nierenschmerzen. Sie hat Blutdruckschwankungen und dramatisch an Gewicht verloren. Am 8. Mai wurde sie, nachdem sie bereits Tage zuvor das Bewusstsein verloren hatte, für kurze Zeit in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses gebracht. Dort wurden einige medizinische Untersuchungen durchgeführt. Man brachte sie jedoch ins Gefängnis zurück, noch ehe die Untersuchungsergebnisse vorlagen. Die Ärzt_innen im Krankenhaus warnten, dass sie eine schwere Nierenentzündung habe und umgehend stationär im Krankenhaus behandelt werden müsse. Inzwischen hat ihr Körper begonnen, Wasser zurückzuweisen.

Seit dem 20. Mai trinkt sie Wasser mit einem lokalen Betäubungsmittel, um ihren Körper dabei zu unterstützen, das Wasser bei sich zu behalten. Trotz früherer Warnungen der Krankenhausärzt_innen weigern sich die Behörden immer noch, Atena Daemi zur Behandlung in ein Krankenhaus außerhalb des Gefängnisses zu lassen.

Ende April wurde sie in die Gefängnisklinik gebracht, um ein EKG zu erstellen, doch der Krankenpfleger weigerte sich, die Untersuchung durchzuführen. Er rechtfertigte seine Weigerung damit, dass es für männliches medizinisches Personal „unangemessen“ sei, diese Untersuchung an Patientinnen durchzuführen, da sie dabei ihre Brust entblößen müssen. Weibliche politische Gefangene sehen sich häufig zusätzlichen Formen geschlechtsspezifischer Diskriminierung gegenüber, wenn sie Zugang zu medizinischer Behandlung suchen. Weiblichen Gefangenen mit abendlichen oder nächtlichen Herzproblemen wurden bereits bei mehreren Gelegenheiten Notfall-EKGs verweigert, da die Gefängnisbehörden darauf bestanden, dass diese Tests von weiblichem Personal durchgeführt werden müssen, weil die Patientinnen für die Untersuchung ihre Brust entblößen.

Am 8. April trat die iranische Menschenrechtsverteidigerin Atena Daemi, die wegen ihrer friedlichen Menschenrechtsaktivitäten zu sieben Jahren Haft verurteilt worden ist, im Evin-Gefängnis in den Hungerstreik. Sie protestiert damit gegen die ihren Schwestern Hanieh und Ensieh auferlegten ausgesetzten Gefängnisstrafen wegen „Beleidigung von Beamt_innen im Dienst“. Beide wurden am 13. März 2017 von einem Strafgericht in Teheran zu ausgesetzten Gefängnisstrafen von drei Monaten und einem Tag verurteilt. Die Urteile standen in Zusammenhang mit dem Protest der Schwestern während der gewaltätigen Festnahme von Atena Daemi durch drei Angehörige der Revolutionsgarden am 26. November 2016. Das Gericht setzte die Haftstrafen von Hanieh und Ensieh Daemi aus. Die drei Schwestern werden am 27. Mai vor Abteilung 48 des Berufungsgerichts in Teheran erwartet.

Forderungen von Amnesty International zu diesem Fall

  • Sofortige Freilassung von Atena Daemi
  • Zugang für Atena Daemi zu qualifiziertem Gesundheitspersonal
  • Untersuchung der Folter- und Misshandlungsvorwürfe, die Atena Daemi erhoben hat
  • Aufhebung der Verurteilungen von Hanieh und Ensieh Daemi

Weitere Hintergrundinformationen zur akuten Lage von Atena Daemi finden Sie hier.

Und weitere Eilaktionen finden Sie wie immer hier.