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StartseiteBahrain: Menschenrechtlerin in Gefahr

06.07.2017

Bahrain: Frau Ebtisam al-Saegh in Foltergefahr!

Die bahrainische Menschenrechtsverteidigerin Ebtisam al-Saegh ist am 3. Juli festgenommen worden, nachdem ihr Haus von maskierten Sicherheitskräften gestürmt worden war. Nach vorliegenden Informationen wird sie in einer Frauenhaftanstalt in Madinat Isa, einem Vorort der Hauptstadt Manama, festgehalten. Sie ist eine gewaltlose politische Gefangene und läuft Gefahr gefoltert, anderweitig misshandelt und vergewaltigt zu werden. Helfen Sie der Aktivistin hier.

Zur Sachlage

Ebtisam al-Saegh wurde am 3. Juli um 23.45 Uhr festgenommen, nachdem etwa 25 in Zivil gekleidete und maskierte Angehörige der Kriminalpolizei (Criminal Investigation Directorate – CID), ihr Haus in Jid Ali, südlich der Hauptstadt Manama, gestürmt hatten. Drei bewaffnete Männer blieben vor dem Haus während sieben weitere Personen, darunter zwei Frauen in Abaya (islamisches Überkleid) und Niqab (Gesichtsschleier), das Haus betraten. Sie legten keinen Haftbefehl vor und als Ebtisam al-Saegh nach dem Grund für ihre Festnahme fragte und wo man sie hinbringe, gab man ihr lediglich zur Antwort, sie solle nicht fragen, sie werde es ja wissen, sobald sie dort sei. Die Beamt _innen konfiszierten ihr Mobiltelefon und ihren Personalausweis und führten sie ab. Man gestattete ihr, ihre Medikamente mitzunehmen. Amnesty International ist der Ansicht, dass die Festnahme in Zusammenhang mit ihrer Menschenrechtsarbeit steht. Denn früher an diesem Tag hatte sie auf Twitter einen Beitrag über die Misshandlung von Frauen durch den Nationalen Geheimdienst NSA (National Security Agency) veröffentlicht und den König von Bahrain für diese Aktionen des NSA verantwortlich gemacht. Ebtisam al-Saegh war bereits am 26. Mai festgenommen und in einer Dienststelle des NSA auf al-Muharraq, einer Insel nordöstlich von Manama, etwa sieben Stunden lang vernommen worden. Dabei wurde sie gefoltert und sexuell misshandelt.

Am 4. Juli wurde Ebtisam al-Saegh zum Gefängnis zurückgebracht, nachdem man sie an einem unbekannten Ort verhört hatte. Um 21 Uhr rief sie ihre Familie an, erzählte, dass sie in Einzelhaft gehalten werde und bat darum, dass man ihr Kleidung und Geld bringe. Sie sagte außerdem, dass sie extrem unter Druck gesetzt werde, ein Geständnis abzulegen: Man habe ihr gesagt, dass sie am nächsten Tag weiter verhört werde und zwar so lang, bis sie gestehe. Ebtisam al-Saegh leidet am Reizdarmsyndrom (RDS). Sie erzählte ihrer Familie, dass ihr sehr übel gewesen sei und sie nicht ausreichend essen konnte. Als die Familie am 5. Juli Kleidung für Ebtisam al-Saegh ins Gefängnis brachte, weigerten sich die Behörden, diese anzunehmen und sagten, sie könnten das nur tun, wenn Ebtisam al-Saegh zu dem Zeitpunkt in dem Gefängnis sei. Die Familie hat bei der Ombudsperson des Innenministeriums eine Beschwerde eingereicht. Früh am Morgen des 6. Juli wurde das Haus von Ebtisam al‑Saegh erneut von maskierten Männern gestürmt, die in dem Zuge sämtliche Mobiltelefone beschlagnahmten, die sich im Haus befanden. Sie sagten der Tochter von Ebtisam al-Saegh, sie wüssten, dass sie Informationen über ihre Mutter weitergegeben habe und dass sich die Mutter mit dem Verschweigen eines zweiten Mobiltelefons nicht kooperativ gezeigt habe.

Forderungen von Amnesty International zu diesem Fall

  • Sofortige und bedingungslose Freilassung von Frau Ebtisam al-Saegh
  • Sicherstellung, dass Frau Ebtisam al-Saegh bis zur ihrer Freilassung kein Opfer von Folter anderweitiger Misshandlung wird
  • Zugang zu einem Rechtsbeistand, ihrer Familie und jeglicher nötigen medizinischen Versorgung
  • Einleitung einer unparteiischen, unabhängigen und wirksamen Untersuchung der Foltervorwürfe an Ebtisam al-Saegh

Weitere Hintergrundinformationen zur Situation von Frau Ebtisam al-Saegh finden Sie hier.

Und weitere Eilaktionen finden Sie wie immer hier.