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StartseiteChina, Nordkorea: Drohende Inhaftierung in Straflager

05.12.2017

China | Korea (Nord): Mutter und Kind droht Inhaftierung in Straflager

Am 17. November wurden Lee Su-jung und ihr vierjähriger Sohn nach Nordkorea abgeschoben, nachdem sie zuvor fast zwei Wochen im chinesischen Shenyang inhaftiert waren. Lee Su-jung drohen willkürliche Inhaftierung, Folter und andere Misshandlungen oder gar die Hinrichtung.

Zur Sachlage

Lee Su-jung und ihr Sohn werden momentan gemeinsam mit acht weiteren aus China abgeschobenen Nordkoreaner_innen in einer Hafteinrichtung des Ministeriums für Staatssicherheit (ehemals Abteilung für Staatssicherheit) in Sinuiju festgehalten. Die Behörden stehen mit ihrer Familie in Kontakt. Sie beschuldigen Lee Su-jung des Landesverrats, da sie ihr Land verlassen hat.

Der Ehemann von Lee Su-jung, Lee Tae-won, erhielt von einem Freund die Nachricht, dass sie und ihr gemeinsamer Sohn am 17. November in die Grenzstadt Sinuiju gebracht worden seien. Zuvor seien sie 13 Tage im chinesischen Shenyang und wahrscheinlich auch in Dandong inhaftiert gewesen. Dieselbe Kontaktperson berichtete außerdem, dass Lee Su-jung in schlechter gesundheitlicher Verfassung sei und dass sie und ihr Sohn gemeinsam mit den acht weiteren aus China abgeschobenen Nordkoreaner_innen Anfang Dezember in eine andere Stadt in Nordkorea verlegt werden könnten.

In Nordkorea gilt Landesverrat als Verbrechen gegen den Staat und fällt somit in den Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Staatssicherheit. Dieses betreibt auch sämtliche politischen Straflager in Nordkorea. Die Wahrscheinlichkeit, dass Lee Su-jung, ihr Sohn und die anderen abgeschobenen Nordkoreaner_innen ohne faires Gerichtsverfahren in eines dieser Lager überstellt werden, ist hoch. Dort drohen ihnen Zwangsarbeit, Folter und andere Misshandlungen. Außerdem droht Lee Su-jung die Hinrichtung, da in Nordkorea Personen, die des Landesverrats bezichtigt werden, ab dem 18. Lebensjahr mit dem Tode bestraft werden können.

Forderungen von Amnesty International zu diesem Fall:

  • Umgehende offizielle Erklärung über den Verbleib von Lee Su-jung, ihrem Sohn sowie den acht weiteren aus China abgeschobenen Nordkoreaner_innen
  • Schutz vor Folter und anderweitiger Misshandlung sowie Zugang zu medizinischer Versorgung
  • Sofortige und bedingungslose Freilassung von Frau Lee Su-jung und den Anderen

Weitere Hintergrundinformationen zur aktuellen Situation von Lee Su-jung und ihrem Sohn finden Sie hier.

Und weitere Eilaktionen finden Sie wie immer hier.