Amnesty International TheKo Menschenrechtsverletzungen an Frauen

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TheKo Menschenrechtsverletzungen an Frauen

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29.11.-10.12.2017

Briefmarathon 2017: Schreib für die Freiheit!

Auch beim diesjährigen Amnesty-Briefmarathon gibt es wieder ein paar Frauenfälle, die wir hier vorstellen. Setz Dich jetzt noch für die Betroffenen ein.

HANAN BADR EL-DIN – MENSCHENRECHTLERIN IN UNTERSUCHUNGSHAFT

Hanan Badr el-Din setzt sich gegen das Verschwindenlassen ein. Ihr Ehemann zählt zu den vielen Personen, die in Ägypten "verschwunden" sind. Ihr Engagement führte dazu, dass sie inhaftiert wurde.

Zuletzt sah Hanan Badr el-Din ihren Mann im Fernsehen, als er nach Protesten im Juli 2013 verwundet in eine Klinik kam. Doch als sie ihn dort besuchen wollte, war er nicht auffindbar. Sie suchte Polizeiwachen, Gefängnisse, Krankenhäuser und Leichenhallen auf, um etwas über sein Schicksal zu erfahren – ohne Erfolg. Die ägyptischen Sicherheits­kräfte haben in den vergangenen Jahren Hunderte Menschen verschwinden lassen. Die Opfer sind meist politische Aktivistinnen und Aktivisten, Protestierende und Studierende, bis hin zu minder­jährigen Schülern und Schülerinnen. Gemeinsam mit anderen Betroffenen gründete Hanan Badr el-Din daher die Organisation "Familien­koalition der Opfer des Verschwinden­lassens" und setzte sich öffentlich für eine Aufklärung ein.

Im Mai 2017 wurde sie bei der Suche nach ihrem Mann festgenommen und fälschlicherweise der "Mitgliedschaft in einer verbotenen Gruppierung" angeklagt. Der wahre Grund dürfte ihre Menschen­rechtsarbeit sein. Ihr drohen mindestens fünf Jahre Haft.

Hier kannst Du dich für Hanan einsetzen.

SHACKELIA JACKSON – SCHUTZ VOR POLIZEIGEWALT!

Im Januar 2014 wurde Nakiea Jackson in Kingston von der Polizei erschossen – weil er angeblich einem gesuchten Mann ähnlich sah. Seine Schwester Shackelia Jackson fordert Gerechtigkeit.

Nakiea Jackson gehört zu den etwa 2.000 Men­schen, die in den vergangenen zehn Jahren von der jamaikanischen Polizei erschossen wurden. Der junge Mann, der eine Rastafrisur trug, arbeitete am 20. Januar 2014 in seinem kleinen Restaurant, als ein bewaffneter Polizist den Laden betrat auf der Suche nach einem Verdächtigen, "der wie ein Rastafari aussieht". Kurz darauf wurde der reglose Körper von Nakiea Jackson aus dem Laden ge­schleift und in einen Polizeiwagen geworfen. Seine Schwester Shackelia Jackson fordert, die Verantwortlichen für den Tod ihres Bruders zur Rechenschaft zu ziehen. Doch der Kampf um Gerechtig­keit ist mühsam, und ihre Familie wird von der Polizei eingeschüchtert, um sie von weiteren juristischen Schritten abzuhalten. So finden an Tagen, an denen Gerichtstermine im Fall von Nakiea Jackson angesetzt sind, häufig Durchsuchungen in der Nachbarschaft statt.

Aufgeben will Shackelia Jackson jedoch auf keinen Fall: "Denn das würde bedeuten, dass ich der Polizei erlaube, noch einen Bruder von mir zu töten."

Hier kannst Du Shackelia mit deiner Unterschrift unterstützen.

NI YULAN - HARTE REPRESSALIEN GEGEN RECHTSANWÄLTIN

Ni Yulan hat jahrelang Menschen vertreten, die aus ihren Häusern vertrieben wurden. Aufgrund ihres Engagements wurde die chinesische Rechtsanwältin selbst Opfer von Gewalt und Zwangsräumung.

Am Internationalen Frauentag 2016 sollte Ni Yulan in den USA einen Preis bekommen, der besonders mutige Frauen auszeichnet. Doch die chinesischen Behörden verweigerten ihr die Ausreise. Seit Jahren wird die ehemalige Rechtsanwältin von den Be­hör­den drangsaliert, weil sie sich für unzählige Men­schen eingesetzt hat, die aus ihren Häusern vertrieben wurden, um teuren Bauprojekten Platz zu machen – unter anderem vor den Olympischen Spielen in Peking 2008. Wegen ihres menschen­recht­lichen Engagements wurde Ni Yulan mehrfach inhaftiert und gefoltert. Außerdem wurde ihr die Anwaltslizenz entzogen. 2002 misshandelte man sie auf einer Polizeiwache so schwer, dass sie seit­dem im Rollstuhl sitzt.

Auch Ni Yulan selbst wurde wiederholt aus ihrem Zuhause vertrieben – zuletzt im April 2017, als Unbekannte in ihre Mietwohnung in Peking ein­drangen und sie, ihren Ehemann und ihre Tochter auf die Straße setzten. Nachdem die Familie zunächst obdachlos war, lebt sie inzwischen in einer provisorischen Unterkunft in Sichtweite der Polizei.

Hier kannst Du deine Solidarität mit Ni Yulan zum Ausdruck bringen.

Alle weiteren der insgesamt 10 Fälle zum diesjährigen Briefmarathon sowie die Erfolge der letzten Jahre könnt Ihr auf der Homepage von Amnesty International einsehen.

Also ran an die Stifte - und schreibt für die Freiheit!