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Familiäre Gewalt

Wie verbreitet ist familiäre Gewalt?

Familiäre Gewalt ist in allen Teilen der Welt die häufigste Form der Gewalt, die Frauen erleben. Die Familie und das Zuhause, für viele der Inbegriff von Frieden und Sicherheit, sind für Millionen Frauen ein Ort des Leidens, wo ihnen Missbrauch, Folter und sogar Tod drohen.
Weltweit wird mindestens eine von drei Frauen im Laufe ihres Lebens geschlagen, zum Geschlechtsverkehr gezwungen oder anderweitig sexuell missbraucht. Bei den Tätern handelt es sich in der Regel um Familienmitglieder oder Bekannte der Frau.
Der Europarat hat darauf hingewiesen, dass familiäre Gewalt die Hauptursache für den Tod oder die Gesundheitsschädigung von Frauen im Alter zwischen 16 und 44 Jahren darstellt – noch vor Krebs oder Verkehrsunfällen.
Nach Recherchen der UN-Sonderberichterstatterin über Gewalt gegen Frauen machten 1999 in den USA Frauen 85 Prozent der Opfer familiärer Gewalt aus (671.100 Frauen im Vergleich zu 120.100 Männern).
In Südafrika sterben mehr Frauen infolge tödlichen Schusswaffengebrauchs zu Hause als auf der Straße oder durch Fremde.
Die russische Regierung schätzt, dass allein 1999 rund 14.000 Frauen von ihren Partnern oder Familienangehörigen getötet wurden. Dennoch existiert in der Russischen Föderation nach wie vor kein Gesetz, das familiäre Gewalt ausdrücklich unter Strafe stellt.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation werden bis zu 70 Prozent aller weiblichen Mordopfer von ihren männlichen Partnern getötet.
Diese Zahlen offenbaren nur einen Bruchteil des wahren Ausmaßes der Gewalt gegen Frauen.\\\

Wie reagieren die Opfer?

Aus Scham oder weil sie befürchten, auf Unverständnis zu stoßen oder sogar weitere Gewalt erleiden zu müssen, sprechen Frauen oftmals nicht über das Erlebte.

Wie reagieren die Regierungen und Behörden?

Ausbleibende Ermittlungen und das Versäumnis, das Gewaltproblem in seinem ganzen Ausmaß aufzudecken, erleichtern es Regierungen, örtlichen Gemeinschaften und Familien, sich ihrer Verantwortung zum Schutz der Frau zu entziehen.

Wie sieht die Lage in Deutschland aus?

"Auch wenn in Deutschland Gewalt gegen Frauen strafbar ist und ein Gewaltschutzgesetz existiert, muss die Bundesregierung den Schutz von Frauen kontinuierlich ausbauen. Frauenhäuser und Beratungsstellen dürfen nicht dem Sparstift zum Opfer fallen."

Was fordert Amnesty International?

Das 14-Punkte-Programm zur Prävention von Gewalt in der Familie

Familiäre Gewalt ist eine fundamentale Menschenrechtsverletzung. Sie beherrscht den Alltag vieler Frauen in jedem Land der Erde. Diese Gewalt hat verheerende Auswirkungen auf die Frauen selbst, ihr Leben, ihre Gesundheit, ihre Arbeit und das Wohlergehen ihrer Familien.

Hier appelliert ai an die Verantwortung von Regierungen, Gesetze gegen familiäre Gewalt zu erlassen. Dies bedeutet zum Beispiel, dass Vergewaltigung in der Ehe ein Straftatbestand wird oder dass dauerhafte staatliche Beratungsstellen mit ausreichender Finanzierung für Opfer von Gewalt eingerichtet werden.

Unterrichtsvorschlag zum Thema "Familiäre Gewalt"

Dies ist ein Entwurf einer Unterrichtseinheit, die Sie in der 9. und 10. Klasse bzw. in der Sekundarstufe II in einer Doppelstunde durchführen können. Als aktueller Bezug kann Ihnen der 25. November, der Internationale Tag für die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen dienen.

Weitere Informationen auf "frauennrw.de"

Der "Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe" informiert mit seiner neuen Webseite zum Thema Gewalt gegen Frauen sowie über die Arbeit und Angebote des Verbandes. Als Service stellt er eine Datenbank mit den Kontaktdaten und Öffnungszeiten von Beratungsstellen zur Verfügung, die Hilfe bei sexualisierter, körperlicher oder psychischer Gewalt leisten. Aus Nordrhein-Westfalen sind dort 30 Stellen gelistet. Weitere Wege zu Einrichtungen in NRW führen über Linkempfehlungen und das Einrichtungsverzeichnis von "www.frauennrw.de".