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Menschenrechtsverletzungen an Frauen in bewaffneten Konflikten

Wie sind Frauen betroffen?

Amnesty International hat mehrfach den gezielten Einsatz von Gewalt gegen Frauen in bewaffneten Konflikten angeprangert. Irene Khan, die Generalsekretärin von ai kritisiert, dass Frauen meist "die ersten Opfer eines Konfliktes" sind, sie werden gezielt vergewaltigt und als "Kriegsbeute" missbraucht. Gewalt gegen Frauen wird von Kriegsparteien gezielt angeordnet oder toleriert und ist das Ergebnis politischen Kalküls. Frauen werden oftmals als legitime Beute der siegreichen Armee betrachtet. Der Einsatz von Vergewaltigungen ist die brutalste Kriegsfolge für Frauen. Die Körper und die Sexualität der Frau wird buchstäblich zum Kriegsschauplatz.

Wann werden Frauen Opfer von Gewalt?

Die Gewalt gegen Frauen in bewaffneten Konflikten umfasst ein breites Spektrum. Aufgrund der unterschiedlichen Rollen die Frauen in, vor und nach bewaffneten Konflikten spielen, sind sie unterschiedlichen Formen der Gewalt ausgesetzt. Frauen werden Zielscheiben, weil sie Friedensaktivistinnen oder Entscheidungsträgerinnen der Gesellschaft sind oder weil ihre männlichen Verwandten politische Ämter ausüben. Wenn Frauen in Gefängnissen eingesperrt werden, ist für sie das Risiko besonders hoch, dass sie Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt, wie auch Vergewaltigung, werden. Bei Auseinandersetzungen entlang ethnischer Linien werden Frauen häufig das Ziel von sexueller Gewalt, weil sie als die Trägerinnen der "Ehre" und Identität der Gemeinschaft identifiziert werden. Bei der Friedensschaffung nach bewaffneten Konflikten wird häufig übergangen, dass auch Frauen als Kämpferinnen beteiligt waren und die Demobilisierungsprogramme auf ihre Bedürfnisse eingehen müssen.

Welche internationale Entwicklungen gibt es?

Im letzten Jahrzehnt wurden einige Fortschritte in der Dokumentierung und Offenlegung von Gewalt gegen Frauen in bewaffneten Konflikten erzielt. Vor zehn Jahren wurde das Amt der Sonderberichterstatterin über Gewalt gegen Frauen bei den VN eingerichtet. Das Mandat umfasst die Hintergründe, Anlässe und Konsequenzen von Gewalt gegen Frauen. Besonders die ersten beiden Sonderberichterstatterinnen widmeten ihre Arbeit besonders Frauen in bewaffneten Konflikten.

Im Oktober 2000 hat sich der UN-Sicherheitsrat mit der Rolle von Frauen in Friedensprozessen befasst. Er verabschiedete Resolution 1325, die als Sicherheitsratsresolution einen bindenden Charakter hat. Darin zeigte der Sicherheitsrat eine deutlich Verbindung auf, zwischen der Schaffung und Wahrung des Friedens und der internationalen Sicherheit einerseits und der vollen und gleichberechtigten Einbeziehung von Frauen in allen Entscheidungsprozessen vor, während und nach Konflikten andererseits. Trotzdem werden Frauen noch immer weitgehend ausgeschlossen, wenn es zu offiziellen Friedensverhandlungen kommt.

Was fordert Amnesty International?

Amnesty International fordert den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag auf, zu reagieren und der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu bereiten. Es ist wichtig, dass der Gerichtshof in einem oder zwei Fällen ein Zeichen setzt und so klar stellt, dass Verbrechen gegen Frauen nicht weiter straffrei fortgesetzt werden können. Die Opfer von sexueller Gewalt, die während bewaffneter Konflikte ausgeübt wird, müssen entschädigt werden.

Staaten müssen sich zur Umsetzung ihrer internationalen Verpflichtung bekennen. Während bewaffneter Auseinandersetzungen müssen die Mindeststandards aus dem Gemeinsamen Artikel 3 der Genfer Konventionen gewahrt werden. Außerdem können andere internationale Menschenrechtsabkommen wie die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau und das Statut des Internationalen Strafgerichtshofes herangezogen werden, um die Rechte von Frauen zu schützen.

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