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Menschenrechtsverteidigerinnen

Frauen sind nicht nur Opfer von Gewalt, sie sind aktive und engagierte Verteidigerinnen der Menschenrechte. Sie setzen sich oftmals unter schwierigsten Bedingungen für die Rechte anderer ein und brauchen deshalb die Solidarität einer breiten Öffentlichkeit. Amnesty International unterstützt daher gefährdete Menschenrechtsverteidiger_innen, so dass sie vor Übergriffen geschützt werden und ihre Arbeit fortführen können.

Warum Menschenrechtsverteidigerinnen unsere Unterstützung brauchen?

Diese Arbeit ist nicht einfach. In vielen Ländern ist sie sogar überaus gefährlich. Menschenrechtsverteidiger_innen werden bedroht, sogar mit dem Tode. Sie werden inhaftiert, gefoltert, oder man versucht sie juristisch mit getürkten Anklagen oder restriktiven Gesetzen zum Schweigen zu bringen. Viele "verschwinden" einfach oder werden ermordet. Das Risiko für Menschenrechtsverteidiger_innen ist besonders hoch, wenn sie sich explizit für Frauenrechte einsetzen, da Frauenrechte vielerorts nicht als Menschenrechte anerkannt werden. In einem solchen Fall können Menschenrechtsverteidiger_innen nur selten mit der Unterstützung anderer sozialer Bewegungen rechnen. Insbesondere wenn es um Themen wie sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung geht (z. B. das Recht, den Ehemann selbst zu wählen, das Recht, eine Schwangerschaft eigenverantwortlich planen zu können). Dies betrifft vor allem Themen, die religiöse und traditionelle Vorstellungen in Frage stellen, aus diesen Gründen werden Aktivistinnen häufig öffentlich diffamiert und geächtet. Durch ihren Einsatz schaffen sich Menschenrechtsverteidiger_innen Feinde in Regierungen und dominanten Gesellschaftsgruppen. In vielen Ländern werden sie von Militär, Polizei und anderen Staatsorganen bedroht, willkürlich verhaftet, misshandelt oder sogar ermordet. Staatliche Sicherheitskräfte dulden oder unterstützen es, wenn solche Verbrechen von paramilitärischen Milizen, Todesschwadronen oder organisierten Kriminellen begangen werden. Menschenrechtsverteidigerinnen sind, weil sie Frauen sind, besonderen Gewaltfolgen ausgesetzt. Dazu gehören ungewollte Schwangerschaften und Fehlgeburten nach Vergewaltigungen auf Polizeistationen oder im Gefängnis.

Wie engagiert sich Amnesty International?

Im Falle einer unmittelbaren Bedrohung von Menschenrechtsverteidiger_innen aktiviert Amnesty International (wie auch bei bedrohten männlichen Kämpfern für die Menschenrechte) das erfolgreiche Frühwarnsystem der "Urgent Actions", ein Eilaktions-Netzwerk. Tausende Briefeschreiber_innen aus der ganzen Welt machen dann deutlich, dass die Arbeit einer starken Frau von Menschen überall auf der Welt unterstützt wird und ihre Bedrohung nicht stillschweigend hingenommen wird. Und so haben Urgent Actions schon Leben gerettet.
Doch Amnesty International hilft nicht nur durch Eilaktionen. Die Organisation unterstützt Menschenrechtsverteidiger_innen auch logistisch und finanziell - ob es sich um den Aufbau eines elektronischen Netzwerkes für Menschenrechtsverteidiger_innen in Mittel- und Südamerika, die technische Ausstattung von Büros in Indien oder die Übernahme der ärztlichen Behandlungskosten für Menschenrechtlerinnen wie Jacqueline Moudeina, die im Tschad wegen ihres Engagements schwer gefoltert wurde und in Paris stationär behandelt werden musste, handelt. Amnesty unterstützte ebenso die türkische Rechtsanwältin Erin Keskin, welche aus politischen Gründen ein einjähriges Berufsverbot erhielt - in der Absicht, ihr so die Existenzgrundlage zu entziehen.
Seit 1998 verleiht Amnesty International den Menschenrechtspreis an Menschenrechtsaktivist_innen, um ihren mutigen Einsatz für die Menschenrechte zu würdigen. Zu den Preisträger_innen gehören u.a. Erin Keskin (2001), Swetlana Gannuschkina (2003), Monira Rahman (2006), die simbabwische Menschenrechtsorganisation WOZA (Women and Men of Simbabwe Arise, 2008) oder Alice Nkom (2014).
Zudem ehrte Amnesty im September 2013 die pakistanische Schülerin und Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai mit der Auszeichnung "Ambassador of Conscience". Die 16-Jährige Malala setzt sich für das Recht auf Bildung für alle ein. Sie hatte 2009 in einem BBC-Beitrag über ihre Enttäuschung über die Anordnung der Taliban berichtet, alle Mädchenschulen in ihrem Heimatland Pakistan zu schließen. 2012 wurde sie bei einem Anschlag, zu dem sich die pakistanischen Taliban bekannten, angeschossen und schwer verletzt. Mit der Auszeichnung "Ambassador of Conscience" (Botschafter des Gewissens) würdigt Amnesty International Personen, die sich für den Schutz und die Förderung der Menschenrechte engagieren und eine Vorbildfunktion einnehmen.

Themengruppe Menschenrechtsverteidiger_innen von Amnesty International