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Nicaragua
Jahresbericht 2011
Berichtszeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2010
Aktionen
Smartmob gegen Gewalt gegen Frauen und das toale Abtreibungsverbot in Nicaragua
Im September 2011 hat die Berliner MaF-Gruppe einen Smartmob gegen sexuelle Gewalt in Nicaragua vor dem Brandenburger Tor organisiert. Schaut Euch hier das Video an!
Nicaraguas Schmetterlinge der Hoffnung
Am 28.09.2011 war der „Tag der Dekriminalisierung von Abtreibung in Lateinamerika und der Karibik“.
Viele Menschen in Nicaragua haben an diesen Tag für die Aufhebung des Abtreibungsverbotes und ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen demonstriert. Diese Aktion ist Teil der Kampagne „Sexuelle Gewalt gegen Mädchen in Nicaragua stoppen“ (nähere Informationen s. nächste Aktion zum 8. März 2011), die Amnesty Deutschland zum 100. Weltfrauentag am 8. März 2011 durchgeführt hat.
Bei diesen Demonstrationen wurden von den AktivistInnen bunt gestaltete Schmetterlinge, die sie aus anderen Ländern als Zeichen der Solidarität erhalten haben, mitgenommen. Warum Schmetterlinge? „Der Schmetterling ist für uns ein Symbol für den Wunsch unsere Träume zu verwirklichen, unsere Flügel auszubreiten… mit Nachdruck für unsere Rechte zu kämpfen.“ (Martha Munguía, Leitende Koordinatorin der Allianz von Frauenzentren in Nicaragua). Über 100 Menschen in Deutschland haben sich an der Aktion beteiligt und Schmetterlinge für die Demonstrationen am 28. September in Nicaragua gestaltet. Hier finden Sie einige Beispiele der gestalteten Schmetterlinge.
Zum Verlauf der Demonstrationen schaut Euch den Kampagnenfilm auf Youtube an (englische Sprache). Der Film enthält Interviews, die die Problematik eines absoluten Abtreibungsverbotes verdeutlichen und zeigen, was die Menschen in Nicaragua tun, damit dieses Verbot zurückgenommen wird. Außerdem wird in dem Film gezeigt, welche Aktivitäten Amnestymitglieder am 28. September, dem „Tag der Entkriminalisierung der Abtreibung in Lateinamerika und der Karibik“ durchgeführt haben.
Aktion zum 8. März 2011: Aktion gegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch von Mädchen in Nicaragua
Gewalt in der Familie und sexueller Missbrauch von Frauen und Mädchen sind in Nicaragua immer noch Tabuthemen. Es gibt kein Gesetz, das körperliche Züchtigung verbietet; das Familienleben gilt als Privatsache. Die Mehrheit der Opfer ist jung und weiblich. Mehr als zwei Drittel der nahezu 9.700 Vergewaltigungen, die zwischen 1998 und 2008 angezeigt wurden, wurden an Mädchen unter 17 Jahren begangen. In fast der Hälfte aller Fälle waren die Mädchen 14 Jahre oder jünger. Die nicaraguanischen Behörden behandeln diese Menschenrechtsverletzungen noch immer nicht mir der Dringlichkeit, die erforderlich wäre.
Die Betroffenen trauen sich nicht, über Vergewaltigungen zu sprechen. Mädchen und Frauen in Nicaragua werden nicht über ihre Rechte aufgeklärt und wissen nicht, an wen sie sich im Ernstfall wenden sollen. Diejenigen, die um Hilfe bitten, werden bedroht und ausgestoßen. Es gibt keinen nationalen Regierungsplan, um sexuelle Gewalt an Mädchen zu verhindern, um Opfer von sexueller Gewalt zu schützen oder den Opfern Gerechtigkeit und Entschädigung zuzusichern, damit sie sich ein normales Leben aufbauen können. Hinzu kommt, dass Nicaragua vor zwei Jahren (2008) alle Formen von Abtreibungen kriminalisiert hat. Es gibt keine Ausnahmen zu diesem Gesetz. Auch Mädchen, die durch eine Vergewaltigung schwanger wurden, haben keine legale Möglichkeit, die Schwangerschaft zu beenden.
Mit dieser Aktion möchte Amnesty International erreichen, dass die nicaraguanische Regierung die Opfer von sexueller Gewalt schützt und mit all ihren zur Verfügung stehenden Ressourcen einen nationalen Plan zur Beendigung sexueller Gewalt in Nicaragua entwickelt und implementiert. Der Plan soll auch Maßnahmen des Opferschutzes enthalten und soll den Opfern Gerechtigkeit und Entschädigung zusichern, damit sie sich ein neues Leben aufbauen können. Außerdem soll Druck auf die nicaraguanische Regierung ausgeübt werden. Es ist wichtig, auch Jungen und Männer in die Kampagne einzubeziehen, um der nicaraguanischen Regierung deutlich zu machen, dass Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch ein Problem sind, dass die gesamte Gesellschaft angeht und nicht nur ein Problem der Opfer ist.
Mehr Informationen zum Thema finden Sie hier.
Die Themengruppe Menschenrechtsverletzungen an Frauen (MaF) hat für diese Kampagne folgende
Materialien erstellt:
Das Poster kann bei demuth.sandra(a)gmx.de bestellt werden. Für das Poster berechnen wir den Gruppen 2,50 € für 2 Stück (3 Stück für 5 €). Alle Preise verstehen sich inklusive Porto und Verpackung. Das Faltblatt ist derzeit leider vergriffen.
Amnesty Journal
Das Schweigen brechen
Februar 2011 - Amnesty Journal Artikel
In Nicaragua sind minderjährige Mädchen in besonders hohem Maße von sexueller Gewalt betroffen. Doch bitten die Opfer um Hilfe, stoßen sie auf Ignoranz und Ablehnung.
Gesetz mit Todesfolge
05.10.2009 - Amnesty Journal Artikel
In Nicaragua hat das neue Gesetz gegen Abtreibung drastische Folgen. Selbst der Tod von schwangeren Frauen wird in Kauf genommen.
Deutschprachige Informationen
Amnesty-Broschüre: "NICHT EINMAL, WENN IHR LEBEN AUF DEM SPIEL STEHT"
Lesen Sie die Amnesty-Broschüre "Nicht einmal, wenn ihr Leben auf dem Spiel steht" - Wie das Totalverbot von Schwangerschaftsabbrüchen in Nicaragua Ärzte kriminalisiert und Frauen und Mädchen in Gefahr bringt.
AMR 43/004/2009, Juli 2009
Stopp der Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen
Das neue Strafgesetzbuch von Nicaragua, das im Juli 2008 in Kraft trat, stellt jegliche Form des Schwangerschaftsabbruches unter Strafe. Es sieht sowohl für Ärzte, die Abtreibungen vornehmen, als auch für Frauen und Mädchen, die diese ersuchen, Gefängnisstrafen vor. Hintergrundinformationen und eine Fotostrecke finden Sie unter dem Link.
Englischsprachige Informationen
Nicaragua: Defending women's right to life and health: Women human rights defenders in Nicaragua
Auf dieser Seite ist auch eine spanischsprachige Version des Berichts verfügbar.
AMR 43/001/2008, 9 October 2008
Nicaragua: Submission to the United Nations Committee on Economic Social and Cultural Rights 41st Session, 3-21 November 2008
This submission highlights Amnesty International’s concerns in relation to the complete ban on abortion, with no exceptions, even when the life of the woman is at grave risk from continuation of the pregnancy or she is a victim of rape. The submission contains recommendations for improvement, in accordance with the Nicaraguan States’ obligations under the United Nations Covenant on Economic Social and Cultural Rights.
AMR 43/002/2008, 1 October 2008
Nicaragua: The impact of the complete ban of abortion in Nicaragua: Briefing to the United Nations Committee against Torture
In this briefing, Amnesty International conveys concerns regarding the denial of access to essential medical services through legislation that imposes an absolute ban on the provision of abortion services and the criminalisation of abortion. Nicaragua’s obligations under the Convention against Torture and Other Cruel, Inhuman or Degrading Treatment or Punishment (Convention against Torture) are examined in light of Amnesty International’s research findings from recent country visits.
Auf dieser Seite ist auch eine spanischsprachige Version des Berichts verfügbar.
AMR 43/005/2009, 29 April 2009
Nicaragua: The total abortion ban in Nicaragua: Women’s lives and health endangered, medical professionals criminalized (Report, 27 July 2009)
This report examines the consequences of Nicaragua's total ban on abortion on women and girls who need life-saving medical treatment. It looks at the impact on access to treatment for obstetric complications and the implications for medical professionals trying to provide timely and appropriate healthcare. Amnesty International is calling on the Nicaraguan authorities to repeal the law criminalizing abortion in all circumstances. The State must provide legal access to safe abortion services where the life or health of the woman or girl is at risk, or the pregnancy is the result of rape or incest.
Auf dieser Seite ist auch eine spanisch- und französischsprachige Version des Berichts verfügbar.
Nicaragua: Amnesty International Briefing on Nicaragua to the United Nations Committee on the Rights of the Child: 55th Period of Sessions, 13 September - 1 October 2010 (26 August 2010)
In this briefing, Amnesty International conveys information and concerns regarding the problem of rape and sexual abuse in Nicaragua, in particular regarding how adolescent and young girls are targeted for such abuse. Nicaragua’s obligations under the Convention on the Rights of the Child are examined in light of Amnesty International’s research findings from country research visits in 2008, 2009 and 2010.
Listen to their Voices and act: Stop the Rape and Sexual Abuse of Girls in Nicaragua
Rape of girls is endemic in Nicaragua. The scale of the problem demands a decisive, integrated and coordinated response from the authorities. Yet despite clear evidence of widespread abuse, the authorities have failed to establish an integrated national plan to prevent sexual violence, and to protect and support survivors. The last plan to combat violence against children in Nicaragua was developed in 2001 and was due to last until 2006. Since then, no new plan relating to the prevention of sexual abuse has been announced or implemented.
This report shows, through the testimony of those most intimately affected, how the Nicaraguan government is failing to provide girls with the protection they need and to which they have a right. Despite the prevalence of rape and sexual abuse against young girls, the Nicaraguan authorities have failed to take the action necessary to comply with their international and national obligations.
AMR 43/008/2010 english
Weitere Informationen der Ländergruppe
Ländergruppe CASA und Guatemala-Koordinationsgruppe